Das Weingut Graf Adelmann

Das Weingut Graf Adelmann mit dem Stammsitz der Burg Schaubeck fand erstmals als Badische Ministerialburg Erwähnung. Die wohl einflussreichste Familie waren die `von Plieningen´von 1490 bis 1645. Danach folgten die Freiherren von Gaisberg – bis 1765 – und später die Freiherren von Kniestadt, 1853 die Freiherren von Brüssele und ab 1914 die Grafen Adelmann von Adelmannsfelden. Heutiger Besitzer der Burg ist nun bereits in vierter Generation Michael Graf Adelmann und mit Felix Graf Adelmann steht die fünfte Generation, bestens vorbereitet, bereit.

Wie immer möchte ich gerne mehr über das Weingut erfahren, daher habe ich demnächst ein Gespräch mit Michael Graf Adelmann. Ich freue mich sehr, Ihnen dann einige Informationen geben zu können, die nicht in jeder offiziellen Veröffentlichung stehen, so wie ich es immer bei unseren ausgezeichneten Weingütern getan habe.

Freuen Sie sich darauf, ich freue mich sehr Ihnen ausführlich berichten zu dürfen. Bis bald.

Ich habe das Gespräch mit Michael Graf Adelmann geführt, es war höchstinteressant und hat viel Spaß gemacht. Hier wird nicht nur Wein angebaut und gepflegt, sondern es ist eine langjährige, gewachsene Weinkultur vorhanden, die seinesgleichen sucht.

Tradition ist die Innovation von gestern! Tradition ist eine Richtschnur, aber nicht alles. Der Aufstieg der alten Burg aus dem 13. Jahrhundert zum renomierten Weingut setzt in der Mitte des 19. Jahrhundert ein. Die Freiherren von Brusselle-Schaubeck erben 1853 die Burg samt der dazugehörigen Weinberge und des landwirtschaftlichen Betriebs. Felix von Brusselle treibt den Weinbau energisch voran. Er hat viel Geschick und verschafft seinem Wein einen guten Ruf. Auf internationalen Ausstellungen und Messen stellt er sich der Konkurrenz und wird mit zahlreichen Auszeichnungen und Medaillen belohnt. Der schwäbische Weinkenner, die auch schon damals alles Neue mit kritischer Zunge prüfen, freunden sich mit den Weinen von Felix von Brusselle  schnell an und nennen das Weingut liebevoll – der schwäbischen Mundart entsprechend – nur noch `Brüssele´.  Der Sohn von Felix Brusselle hat kein gefallen an dem Weingut und tritt das Gut an seine Schwester ab, die Heinrich Graf Adelmann heiratet, eine für das inzwischen vielgelobte Weingut weise Entscheidung. Mit der Württembergischen Hofkammer und den Weingütern des Grafen von Neipperg bilden sie die Spitze der württembergischen Weingüter. Damals werden die ‚Brüssele´- Weine, wie alle Weine in Württemberg, noch weitgehend als Faßware verkauft. Es werden bei Versteigerungen drei bis vier Mark pro Liter bezahlt, die Mosel erzielte damals als Vergleich zu dieser Zeit nur dreißig bis vierzig Pfennig je Liter.

Noch einige interessante Details des Weingutes: der Kleinbottwarer Süßmund, Riesling, erzielte im offenen Verkauf  ab ca. 1850 an die Gastronomie sehr hohe Preise. Ebenfalls in dieser Zeit wurde die Mutation Muskat-Trollinger intensiviert ausgebaut und bei den Herbstversteigerungen mit gutem Ertrag verkauft. Ca. 1893 wurde der Riesling erstmals auf Flaschen abgefüllt. Bis 1937 gab es die offenen Herbstversteigerungen und 1945 wurde die erste eigenen Abfüllanlage installiert.

Trotz ständigem Einsatz für das Weingut nimmt sich Heinrich Graf Adelman die Zeit für Aufgaben außerhalb der Burgmauern. Er wird dreimal in den Reichstag gewählt und nimmt auch andere Tätigkeiten war. Sein Sohn Raban eifert ihm nach, er wird Ministerialdirektor und deutscher Gesandter in Brüssel. 1935 starb Raban Graf Adelmann ganz plötzlich, die Erbfolge muß neue geregelt werden. Der Neffe des früh gestorbenen, Raban Graf Adelmann, gerade 23 Jahre alt, er übernimmt das Weingut – auf Raban folgt Raban. Er ist Jurist, er ist weltgewandt, führt die Adelmann-Tradition konsequent weiter. DemWeinbau gilt nun seine Aufmerksamkeit, ebenso der Politik. 1938 wird  er Attaché in Prag, 1939 bis 1942  ist er Legationssekretär bei der Deutschen Botschaft in Rio de Janeiro.  Nach dem Krieg widmet er sich weiterhin auch der Politik, von Paris kehrt er von der Nato 1967 von seiner politischen Wanderschaft ins idyllische Kleinbottwar zurück. Das Winzerleben wird nun sein Hauptberuf. Die Schloßkellerei erlebt so etwas wie seinen zweiten Frühling. Raban Graf Adelmann wird zu einer Institution im Weinbau, zu einem der letzten Originale hoher deutscher Weinkultur, die auch heute noch fortgesetzt wird. Die geglückte Synthese von rheinischem Humor – er ist in Düsseldorf geboren – und schwäbischer Pfiffigkeit ist legendär verkörpert.

Die Nachfolge war nicht schwer, Michael Graf Adelmann, in Paris aufgewachsen, ausgebildeter Jurist arbeitet sich mit 26 Jahren im Weingut ein. Im Weingut und als Gasthörer in der Weinbauschule in Weinsberg  erwarb er viel Praxis und Erfahrung, Graf Raban war mit seinem Wissen immer hilfreich und 1978 übernahm Michael Graf Adelmann das Weingut Burg Schaubeck. Es war nicht immer einfach, aber der Generationswechsel wurde mit diplomatischem, persönlichen Geschick gemeistert. Tradition wurde nun mit fortschrittlichem Weinbau gepaart, Michael Graf Adelmann führte einige neue Dinge ein, die auch wegweisend für den deutschen Weinbau waren. Da er den Weinstil der Franzosen kannte, war er der erste in Württemberg, der Barriqueausbau einführte, auch probierte er kellertechnisch immer wieder Neues aus. Das ihm bekannte Weincuvée führte er ein und viele andere Verbesserungen. Sein schon zitiertes Leitbild trifft genau ein: Tradition ist die Innovation von gestern!

Michael Graf Adelmann und seine engsten Miatarbeiter suchen immer, wie der Wein besser gemacht werden kann, ohne seine Natürlichkeit und seinen wahren Charakter zu verlieren. Er hat sich immer auch um alteingesessene, bodenständige Rebsorten eingesetzt und gekümmert. Muskat-Trollingen hat er am Leben gehalten, Urban, Clevner – wer baut diesen Wein mit soviel Klasse an?, hier sieht man den Sachverstand und die Liebe zum Wein. Alle Weine auf Burg Schaubeck werden immer trocken ausgebaut, feine, rassige Weissweine und klassische, kräftige Rotweine mit unverwechselbarem Bouquet und Volumen.

Das Weingut Burg Schaubeck ist auch optisch eine Augenweide, überzeugen Sie sich bitte selber vom Charme und Können des Hauses und verkosten Sie Ihre Weine in dieser einmaligen Lage einmal selber.

Gerne freue ich mich auf Ihre Antwort und auf Ihren Eindruck der Weine. Ich freue mich von Ihnen zu hören.

Ein Kommentar

  1. Erstellt am 21. Juni 2014 um 20:40 | Permanent-Link

    C’est toujours du plaisir de passer sur ce site

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