Kaffee – I. Kaffeeanbau – Die Botanik

Die Botanik

Gattung

Der botanische Name für Kaffee ist Coffea. Die Kaffeepflanze zählt zur Familie der Rubiazeen, den Rötegewächsen, zu der rund 500 Gattungen mit über 6.000 Arten gehören. Coffea ist eine davon, doch nicht alle Arten dieser Gattung ähneln der uns heute bekannten Kaffeepflanze. Wirtschaftlich bedeutend sind nur zwei Coffea-Arten: Coffea Arabica und Coffea Canephora, uns besser bekannt als Arabica und Robusta. 61% der Welternte fällt auf Arabica, rund 39% auf Robusta. Zwei weitere Kaffeearten sind botanisch mit den beiden bekanntesten Arten zu vergleichen, jedoch kaum von wirtschaftlicher Bedeutung: Coffea Liberica und Coffea Excelsea.

Pflanze

Kaffee wird heutzutage meistens großflächig angebaut. Die Pflanzen können bis zu 4 Metern hoch wachsen, werden aber auf den Plantagen ständig zurechtgeschnitten und haben so eine eher strauchförmige Form. Die immergrünen Blätter sind länglich-oval und sitzen an den langen Zweigen. Betrachtet man die Blätter genauer, so ist zu erkennen, dass die Oberseite dunkelgrün und ledrig ist, die Unterseite dagegen heller. Die Blätter sind 8-15 cm lang und 4-6 cm breit. Die pfahlartige Wurzel reicht 1-2,5 m in den Boden.

027_kaffeeblueteganznahBlüte

Die Blüte der Kaffeepflanze ist fünfgliedrig, steht meist in den Blattachseln und verblüht sehr schnell wieder. Aus diesem Grunde sind die nach Jasmin duftenden Blüten nur wenige Stunden befruchtungsfähig. Nach wenigen Tagen fallen die weißen Blüten ganz ab. Die Blütezeit folgt in der Regel unmittelbar nach den ersten Regenfällen zu Beginn der Regenzeit.

An der Blüteperiode sowie am Fruchtansatz lassen sich erste Schätzungen über die zukünftige Kaffee-Ernte ableiten. Diese erste Prognose ist sehr wichtig für die Markteinschätzung und beeinflusst die Preisentwicklung von Kaffee maßgeblich. Diese Einschätzungen können durch Naturgewalten wie Dürre, Regenfälle oder Frost jedoch schnell wieder an Bedeutung verlieren, weshalb Prognosen häufig innerhalb eines Erntejahres korrigiert werden und die                   Gesamtmarktsituation sich häufig ändern kann.212 bluete neu

Die meisten Coffea-Arten sind auf Fremdbestäubung durch Insekten oder Wind angewiesen. Lediglich Coffea Arabica, die für die Kaffeewirtschaft wichtigste Pflanze, ist von Fremdbestäubung nicht abhängig. Sieben bis neun Monate nach der Bestäubung entwickeln sich die so genannten Kaffeekirschen. Während der Reifephase wechselt die Farbe der Früchte von Grün über Gelb zu einem leuchtenden Rot. Im Stadium der Überreife verfärben sich die Kirschen schwarz.

   213 kaffeekirsche  Frucht

Die reife Frucht hat eine rote oder gelbe Haut, die ein weiches, weißgelbliches, zuckerhaltiges Fruchtfleisch, die so genannte  Pulpe, umschließt. In ihr sind in der Regel zwei Samen enthalten, die üblicherweise als Kaffeebohnen bezeichnet werden. Sie liegen mit ihren Innenseiten flach aneinander gepresst und weisen mit ihren Rundungen nach außen. Charakteristisch ist die Furche an der flachen Seite. Jeder Samen wird von einer dünnen, fest anhaftenden Schale, dem Silberhäutchen, geschützt. Beide Kaffeebohnen sind dann noch, jede für sich, von einer locker aufsitzenden, dünnen und blassgelben Hülle, der Pergamenthaut, umgeben. Die Kaffeebohne liefert das kräftige Nährgewebe für den dünnen gekrümmten Keimling, der am unteren, dem Fruchtstiel zugekehrten Ende des Samens sitzt.

Die Kaffeebohnen sind rundlich bis länglich, manchmal auch spitz zulaufend und ihre Farbe ist im frischen Zustand gelblich grau, grünlich grau, grünlich blau oder blaugrau. Es kann zu abweichenden Samenbildungen kommen, wie bei Perlbohnen, wenn sich nur ein Samenkorn entwickelt, oder bei Elefantenbohnen, wenn beide Samenkerne zusammengewachsen sind.

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>